Archiv

In seinen Armen...

Welch eine Nacht! Wir tranken, rauchten und redeten - und siehe da, plötzlich war die Hälfte der verbleibenden Zeit bereits verstrichen. Der Abschied rückte in bedrohliche Nähe und die sich anbahnende Müdigkeit erledigte den Rest: Wir nutzten den Schlaf als Flucht vor der Realität.

Es ist einfach zu schön, von demjenigen zu träumen, neben dem man danach aufwacht. Überhaupt es für mich das Schönste, wenn sein Gesicht das Erste ist, was ich erblicke.

Jetzt ist er abgereist, ganze acht Tage lang getrennt - nicht, als ob das sonderlich tragisch wäre (schließlich müsste ich aufgrund meiner vorangegangenen zerbrochenen Fernbeziehung abgehärtet sein), doch das ist ja das Wunderbare und zugleich Gruselige an der Liebe: Man lernt immer wieder von Grund auf alles neu. Auch die Sehnsucht werde ich in der folgenden Woche - wieder - das erste Mal erfahren müssen.

Was zur Ablenkung auf mich zukommt? Ein Tag mit Biene, ein Tag mit meinem (schon fast ehemaligen) Freundeskreis und Hupfer, ein Berlin-Trip mit Niklas und ein schon leicht anmüffendes Probenlager. Genug, so müsste man meinen, doch ich nenne dies nicht umsonst "Ablenkung". Ich bin schlicht und ergreifend verliebt was auch immer das bedeuten mag...

19.7.08 22:09, kommentieren

Freunde vs. Freundeskreis

Ich denke, es wird jedem Menschen in meinem Alter so gehen: man hat ein paar dieser doch so raren echten Freunde und dann noch einen überdimensionalen Haufen von guten Freunden, Bekannten, Netzwerkopfern...

Bei mir sieht die Situation nicht anders aus: Ich hatte letzten Sommer wohl die Partyclique überhaupt, beinahe jede verwertbare Erinnerung spielt im Park, wo wir so oft wie es ging feierten. Größtenteils waren es also "Party-Freunde", auch wenn das ungemein egoistisch klingt. Nach einiger Zeit lernte ich auch diese Menschen näher kennen, einige von ihnen sind sogar zu wahren Freunden geworden.

Doch mittlerweile ist meine Zeit knapper geworden, dank Schule (Abitur) und neuem Freund (wahrer Liebe) stehe ich vor dem größten Problem, welches ein Mensch haben kann: dem Zeitproblem. Viele meiner "wahren" Freunde kommen zu kurz, insbesondere meine lieben Metaller, und ich muss mich jedesmal entscheiden, mit wem ich meine Zeit verbringe.

Somit kam es unweigerlich dazu, dass ich meine Clique nur noch einmal im Monat sah. Traurig, aber wahr: nicht der neue Freunde war Schuld daran, sondern meine persönliche Entwicklung. Ich habe nämlich längst eine Entscheidung gefällt, die ich erst seit kurzem in Worte zu fassen vermag: Diese echten Freunde sind für mich die einzigen relevanten. Ich möchte nicht mehr Party machen, ich will mir engere Bindungen aufbauen. Größtenteils liegen jene Baustellen außerhalb meines (ehemaligen?) Freundeskreises, auch wenn dies zu realisieren mir das Herz gebrochen hat, und somit muss ich Prioritäten setzen. So zum Beispiel bin ich nicht mitgefahren, als meine "Leute" letzte Woche ihren Ostsee-Urlaub veranstaltet haben. Es wäre vielleicht eine perfekte Gelegenheit gewesen, einige besser kennenzulernen, aber vielleicht will ich das auch gar nicht mehr.

Einen Großteil meiner Persönlichkeit macht das Schwarze aus: Metal, Nihilismus, fragwürdige Vergangenheit (sowieso eine sehr intime Sache), die Kleidung blablabla.... und wer diese Seite an mir nicht nachvollziehen kann, wird mich wohl niemals begreifen.

Doch was mir wirklich dabei wehtut ist, dass ich meinen Freundeskreis doch liebe...

Wahrscheinlich hat einfach die böse, böse Vergänglichkeit erneut zugeschlagen... Oh, wie ich sie hasse! 

1 Kommentar 21.7.08 13:00, kommentieren