Über

Ich habe einen äußerst mondänen Vornamen und einen profanen Nachnamen. Gezeugt wurde ich 1990 in dem traumhaften Verona, geboren in dem etwas kargeren Leipzig und von da an ereigneten sich lauter wissenswerte und spannende Dinge in meinem Leben, doch was wären diese im Vergleich zum Anfang?

Ich bin nicht wie jeder beliebige Mensch, ich bin nicht einmal ich, vielleicht bin ich einfach nur die Andere, die wohl selten jemand wirklich verstehen mag. Nicht unsympathisch, aber etwas seltsam. Ja, gar belanglos.

Nichtsdestotrotz habe ich mich dazu entschieden, einen Internetblog zu verfassen, für die Öffentlichkeit zugänglich - selbst für meine Großeltern, sofern Interesse daran bestünde. Was mich zu einer derart törichten Handlung bewegt hat? - Wohl der Exhibitionismus und die Egozentrik, wahrscheinlich die Nichtsnutzigkeit.

Ich werde für niemanden schreiben, nur für mich, und falls sich jemals ein Mensch hierher verirren sollte, dann sei er gewarnt: Er wird wenig damit anfangen können. Dennoch wünsch ich allen Lesern viel Spaß, amüsiert euch und geht respektvoll mit dem Inhalt dieses Blogs um, schließlich stellt jener einen Teil meines Lebens dar.

Alter: 26
 


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Blog

Oh je...

Seit nunmehr sechzehn Stunden spuken diese Worte in meinem Kopf herum: "Oh je..."

Ausgerechnet jetzt, da ich die Volljährigkeit erlangt habe und davon ausgegangen war, die Pubertät sei endlich vorbei, trifft es mich wieder: Ich avanciere zu einer Drama Queen. Mal wieder.

Früher fand ich es schick, mit unkontroliierten Schachzügen in Sachen Liebe kleine Welten zusammenbrechen zu lassen, vor allem meine eigenen. Habe mich im Unglück gewälzt, tagelang nur geweint und schließlich nach einigen Wochen meinen nächsten Traumprinzen gefunden.

Diesmal war es die Ausgangslage eine gänzlich andere: Ich bin absolut abhängig von meinem Prinzen, denn selbst nach einem Jahr intensiver Beziehung, die so manche schwere Entscheidungen mit sich brachte, bin ich noch felsenfest der Überzeugung, dass er der Beste ist.

So viel dazu. Was jetzt kommt, könnte genauso gut einer Teenie-Seifenoper entnommen sein: Sein bester Freund und ich haben festgestellt, wie sehr wir voneinander angezogen sind. Toll. Das ist wirklich das Dümmste, was passieren konnte!

Ursprüunglich wollte mein Liebster ja mitkommen zu diesem Laberabend. Hätte er es mal lieber getan. Nun, so waren wir zu zweit und da wir nicht wussten, was wir machen sollten, kauften wir uns Unmengen an Alkohol, der sich im Laufe der Nacht wie von selbst verflüchtigte. Wir warfen eine Tür in den Parkteich, entwendeten einer Putzfrau den Toilettenreiniger und versteckten Gullideckel. Gegen halb zwei saßen wir dann rauchend in einer Sparkasseneinrichtung und fingen an, über die ernsten Dinge des Lebens zu reden. Und dann spürte ich plötzlich, wie sich sein Arm um meinem Körper schlang.

Skurrilerweise wurden wir dann von ein paar netten Gruftis aufgegabelt, die uns den Eintritt in den einzigen schwarzen Club Leipzigs spendierten. Das war dann mein Verhängnis. Während der beste Freund meines Freundes an meinem Ohrläppchen knabberte, versuchte ich, so standhaft wie möglich zu bleiben. Als er dann vorschlug, zu mir zu gehen, ergriff ich die Flucht. Und er kam sogar nach und hatte Verständnis - und tat damit dummerweise das, was mein Freund niemals tun würde. An der Haltestelle schmusten wir noch etwas. Als endlich mein Bus kam, fragte er nach einem Abschiedkuss. Ich wollte ihm diesen wrklich verweigern, aber... ach, und der Alkohol!

Schließlich wachte ich allein in meinem Bett auf, las eine unglaublich liebevolle Botschaft, die mir mein Freund hinterlassen, und bewegte mich die darauffolgenden Stunden in einem diffusen Zustand zwischen Kater, Reue und Glücklichkeit.

Das ist keine ernsthafte Bedrohung. Eine kleine "Zufallsliebe", wie bei Sartre und Beauvoir. Nur ohne Liebe. Eben Zufall. Obwohl ich mir da nicht so sicher wäre... Oh je...

1 Kommentar 24.4.09 19:56, kommentieren

Mist

Die momentane Situation gibt mir zu Denken.

 Eigentlich könnte ich absolut glücklich sein, doch irgendjemand schafft es immer wieder, mir das alles richtig zu vermiesen.

Scheißdreck!

1 Kommentar 2.10.08 17:00, kommentieren

Verlassenheit

Ich denke, ein jeder wird dieses grauenhaft-ästhetische Gefühl kennen, wenn man sich zutiefst einsam fühlt, traurig, zerrissen, allein gelassen, verraten und dazu ein paar Kerzen anzündet und wunderschöne Musik hören kann. Genau in diesem Zustand verharre ich seit etwa einer Woche - nichts Seltenes, aber auch nichts wirklich Erstrebenswertes. Es tut nicht einmal ernsthaft weh, doch mich packt die Angst: Ich verspüre das inbrünstige Verlangen, jetzt sofort abzustürzen! "Abstürzen" ist ein typischer Terminus von Depressiven. Sie kommen in annäherend der Hälfte der Fälle von allein, ohne Anstoß von außen, auf diesen Begriff, daher denke ich nicht, dass ein anderer jenes Gefühl besser beschreiben könnte.

Ich mag den Absturz, den freien Fall, die Bodenlosigkeit. Erreichen kann ich so etwas jedoch nur durch den exzessiven Konsum von Drogen oder durch exzessives Elend-Fühlen. Wovor ich allerdings eine unvorstellbare Angst habe, ist, dass ich etwas verlieren könnte. Meinen guten Durchschnitt oder meine Freunde bespielsweise. Oder meinen Freund, was wohl das Allerschlimmste wäre - schließlich würde dieser Absturz dann nicht mehr so schnell aufhören.

Es ist dise Nervosität, die mich jedesmal packt. Man weiß, man fällt. In ein riesiges Schwarzes Loch, das alle Glücksgefühle verschlingt und das Positive durch den rasenden Hormonschub ersetzt. Und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man sich zwischen dem Fall in die Leere und dem rettenden Ast entscheiden muss. Die vergangen beiden Male musste ich lange fallen, erst ein Jahr, dann ein halbes. Und es war immer wieder die Hölle. Das Aufstehen schien ein unbezwingbares Hindernis darzustellen, der Alltag eine unerträgliche Qual, das Einschlafen strotzte nur so vor Sinnlosigkeit.

Neue Anflüge habe ich bis dato zurückgedängt und verbannt, doch logischerweise stellt sich hier die Frage des Warum. Warum sehne ich mich wieder danach?

Es ist diese Art Hölle - um das Wort erneut aufzugreifen - : Eigentlich möchte jeder in den Himmel, aber die besten Orgien feiert man immer noch dort unten.

1 Kommentar 1.10.08 21:23, kommentieren

Freunde vs. Freundeskreis

Ich denke, es wird jedem Menschen in meinem Alter so gehen: man hat ein paar dieser doch so raren echten Freunde und dann noch einen überdimensionalen Haufen von guten Freunden, Bekannten, Netzwerkopfern...

Bei mir sieht die Situation nicht anders aus: Ich hatte letzten Sommer wohl die Partyclique überhaupt, beinahe jede verwertbare Erinnerung spielt im Park, wo wir so oft wie es ging feierten. Größtenteils waren es also "Party-Freunde", auch wenn das ungemein egoistisch klingt. Nach einiger Zeit lernte ich auch diese Menschen näher kennen, einige von ihnen sind sogar zu wahren Freunden geworden.

Doch mittlerweile ist meine Zeit knapper geworden, dank Schule (Abitur) und neuem Freund (wahrer Liebe) stehe ich vor dem größten Problem, welches ein Mensch haben kann: dem Zeitproblem. Viele meiner "wahren" Freunde kommen zu kurz, insbesondere meine lieben Metaller, und ich muss mich jedesmal entscheiden, mit wem ich meine Zeit verbringe.

Somit kam es unweigerlich dazu, dass ich meine Clique nur noch einmal im Monat sah. Traurig, aber wahr: nicht der neue Freunde war Schuld daran, sondern meine persönliche Entwicklung. Ich habe nämlich längst eine Entscheidung gefällt, die ich erst seit kurzem in Worte zu fassen vermag: Diese echten Freunde sind für mich die einzigen relevanten. Ich möchte nicht mehr Party machen, ich will mir engere Bindungen aufbauen. Größtenteils liegen jene Baustellen außerhalb meines (ehemaligen?) Freundeskreises, auch wenn dies zu realisieren mir das Herz gebrochen hat, und somit muss ich Prioritäten setzen. So zum Beispiel bin ich nicht mitgefahren, als meine "Leute" letzte Woche ihren Ostsee-Urlaub veranstaltet haben. Es wäre vielleicht eine perfekte Gelegenheit gewesen, einige besser kennenzulernen, aber vielleicht will ich das auch gar nicht mehr.

Einen Großteil meiner Persönlichkeit macht das Schwarze aus: Metal, Nihilismus, fragwürdige Vergangenheit (sowieso eine sehr intime Sache), die Kleidung blablabla.... und wer diese Seite an mir nicht nachvollziehen kann, wird mich wohl niemals begreifen.

Doch was mir wirklich dabei wehtut ist, dass ich meinen Freundeskreis doch liebe...

Wahrscheinlich hat einfach die böse, böse Vergänglichkeit erneut zugeschlagen... Oh, wie ich sie hasse! 

1 Kommentar 21.7.08 13:00, kommentieren

In seinen Armen...

Welch eine Nacht! Wir tranken, rauchten und redeten - und siehe da, plötzlich war die Hälfte der verbleibenden Zeit bereits verstrichen. Der Abschied rückte in bedrohliche Nähe und die sich anbahnende Müdigkeit erledigte den Rest: Wir nutzten den Schlaf als Flucht vor der Realität.

Es ist einfach zu schön, von demjenigen zu träumen, neben dem man danach aufwacht. Überhaupt es für mich das Schönste, wenn sein Gesicht das Erste ist, was ich erblicke.

Jetzt ist er abgereist, ganze acht Tage lang getrennt - nicht, als ob das sonderlich tragisch wäre (schließlich müsste ich aufgrund meiner vorangegangenen zerbrochenen Fernbeziehung abgehärtet sein), doch das ist ja das Wunderbare und zugleich Gruselige an der Liebe: Man lernt immer wieder von Grund auf alles neu. Auch die Sehnsucht werde ich in der folgenden Woche - wieder - das erste Mal erfahren müssen.

Was zur Ablenkung auf mich zukommt? Ein Tag mit Biene, ein Tag mit meinem (schon fast ehemaligen) Freundeskreis und Hupfer, ein Berlin-Trip mit Niklas und ein schon leicht anmüffendes Probenlager. Genug, so müsste man meinen, doch ich nenne dies nicht umsonst "Ablenkung". Ich bin schlicht und ergreifend verliebt was auch immer das bedeuten mag...

19.7.08 22:09, kommentieren